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    LUTRA

    Das Kulturmagazin für Kaiserslautern.
    Erscheint halbjährlich im Frühjahr und im Herbst.
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    LUTRA berichtet über Kunst, Kultur, Theater, Konzerte, Stadtgeschichte, Wissenschaft und Forschung.

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    Auch auf dieser Website:
    Der KulturPlanKaiserslautern.
    Kulturveranstaltungen auf einen Blick.
    Erscheint monatlich von September bis Juli.





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    LUTRA ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Kaiserslautern mit dem Museum Pfalzgalerie, dem Pfalztheater, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, dem Kulturzentrum Kammgarn, der Fachhochschule, der Technischen Universität Kaiserslautern, der Volkshochschule, der Atlantischen Akademie, der Evangelischen Kirche, dem Fraunhofer IESE und dem Fraunhofer ITWM.

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Willkommen


 

 



LUTRA 11

Technologie, Toleranz und Talente – diese drei Komponenten braucht es, damit eine Stadt oder Region zum Kreativpool mit Magnetwirkung und infolgedessen zum ökonomischen Hotspot wird. Das jedenfalls lehrt der US-amerikanische Urbanismus-Forscher Richard Florida. Dessen Wirtschaftstheorie der „Creative Class“ fasst zusammen, was im Grunde auf der Hand liegt: Damit eine Region prosperiert, braucht sie kreative Köpfe. Diese werden angezogen von einem kreativen Milieu, das durch entsprechende kulturelle Angebote entsteht. Trotzdem wird, angesichts maroder kommunaler Haushalte, die Finanzierung von Kultureinrichtungen aus öffentlichen Mitteln immer wieder in Frage gestellt. Oft genug haben Theater und Museen mit Sparzwängen zu kämpfen. Und das nicht zuletzt deshalb, weil die Kulturförderung in fast allen Bundesländern – auch in Rheinland-Pfalz – noch immer zu den „freiwilligen Leistungen“ der Kommunen gehört. In dieser neuen Ausgabe von LUTRA analysieren wir die Problemlage in unserem Schwerpunkt: Kultur als Standortfaktor.

Zu den Dingen, die in den kommenden Monaten ganz konkret zur Attraktivität von Kaiserslauterns kreativem Milieu beitragen werden, gehört die Papierkunst von Georgia Russell und Sophie Casado. Beide Positionen werden im Museum Pfalzgalerie zu sehen sein. Russell zerschneidet Bücher zu irritierend schönen Skulpturen und Objekten; aus der Zerstörung entsteht etwas Neues, Luftiges, wild Bewegtes, das nicht mehr Medium ist, sondern ein Ding an sich. Casados weiße und neuerdings auch schwarze Papierobjekte faszinieren indes, weil sie allerlei organische Assoziationen erlauben: von der bizarren Mikrobe bis hin zum haarigen Hinterkopf.

Eine aufregend andere Ästhetik dürfte auch James Sutherland in die Region bringen. Der neue Tanzdirektor und Chefchoreograph des Pfalztheaters hat mit klassischem Ballett nicht viel am Hut. Sutherland verlangt von seinen Tänzern realitätsnahe Bewegungen und lässt dieselbe Choreographie mal nur von Männern, mal nur von Frauen tanzen – Geschlechtertrennung aus soziologischem und psychologischem Kalkül: spannend!

Noch viel mehr trägt zu Kaiserslauterns Strahlkraft als kulturellem Hotspot der Region bei: zum Beispiel das exquisit besetzte Blues-Festival der Kammgarn, Top-Solisten wie der Geiger Frank Peter Zimmermann oder die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman, die in der städtischen Konzertreihe auftreten, oder die Forschung zu „digitalen Dörfern“, die man am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering betreibt. Übrigens darf jeder Einwohner neuerdings sein liebstes Stück Kaiserslautern eintüten oder sein Verhältnis zur Stadt auf andere Weise dokumentieren: Auch dieses neue Projekt des Stadtmuseums Kaiserslautern stellen wir in dieser Ausgabe vor.

Ihr LUTRA-Redaktionsteam