Europe Direct „Europa muss mehr Verantwortung übernehmen“ – Europa Direkt

„Europa muss mehr Verantwortung übernehmen“

Bürgerreise nach Lothringen und Festvortrag im Theodor-Zink-Museum

Die Entwicklungen in der Ukraine bestimmten die Diskussionen der letzten Vorstandssitzung der Europa-Union Kaiserslautern. Dabei durfte Vorsitzender Dr. Norbert Herhammer die ukrainische Germanistikstudentin Olga Balyta begrüßen, die ausführlich aus ihrem Heimatland berichtete. In der Beurteilung der derzeitigen Lage waren sich die Vorstandsmitglieder und Frau Balyta einig, dass ein rascher Beitritt der Ukraine weder möglich noch wünschenswert sei. Ganz im Gegenteil sei zunächst eine Stabilisierung der Situation und anschließend eine umfassende Neuausrichtung sowohl der Östlichen Partnerschaft als auch der Russlandpolitik der EU insgesamt erforderlich. Wie Dr. Herhammer betonte, sei das Verhalten Russlands dadurch erklärbar, dass Moskau sich durch die EU und die ebenfalls um einige ehemalige Staaten des Warschauer Pakts erweiterte NATO in seinem regionalen Führungsanspruch bedroht fühlt. Wie eine Einladung habe zudem die politische Schwäche der europäischen Staaten gewirkt, die sich überdies auch noch in energiewirtschaftlicher Abhängigkeit befinden. Diese gelte es schnellstmöglich abzubauen, um dem russischen Hegemonialstreben wirkungsvoll begegnen zu können. Dr. Herhammer: „Das Klima gegenseitigen Misstrauens muss überwunden werden, dennoch muss Europa sich auch seiner gewachsenen geopolitischen Verantwortung bewusst werden. Die Probleme Osteuropas können und dürfen nicht Angelegenheit der USA sein, hier muss die EU geschlossen und entschlossen handeln.“ Hierzu seien allerdings nicht nur eine gemeinsame Energiepolitik, sondern vor allem eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik erforderlich. „Die beiden ehemaligen Weltmächte brauchen sich ihren kompromisslosen Politikstil nicht abzugewöhnen, solange Europa die Rolle eines global player ablehnt. „Dem stimmte auch die aus der zentral gelegenen Oblast Poltawa stammende Ukrainerin Olga Balyta zu, die zuletzt ein Semester Germanistik an der Universität Landau absolvierte. Wie mittlerweile fast 50 Studentinnen und Studenten vor ihr wurde auch sie in vielfältiger Weise durch den Arbeitskreis Ukraine der Evangelischen Kirche der Pfalz unterstützt. Der Vorsitzende des Arbeitskreises, Pfr. Rudi Job, der auch dem Vorstand der Europa-Union Kaiserslautern angehört, warb um weitere Unterstützung seiner Arbeit, zu der auch Humanitäre Hilfen, Einladung ehemaliger Zwangsarbeiter und Hospitationen von ukrainischen Ärzten an Kliniken im Südwestdeutschen Raum gehören. Dr. Herhammer wies auf die vielfältigen Veranstaltungen der Europa-Union Kaiserslautern im Rahmen der Europawoche hin. Am 23.04. ist eine Fahrt nach Lothringen geplant, wo ein Besuch des Schlachtfelds auf den Spicherer Höhen sowie der Gärten ohne Grenzen in Sarreguemines auf dem Programm stehen. Anmeldungen sind unter EuropaUnion-KL@online.de möglich. Zentrale Veranstaltung der Europawoche ist die Europäische Feierstunde am 6. Mai um 18 Uhr im Theodor-Zink-Museum. Zum Thema „Europawahlen in Zeiten der Krise: Eine Standortbestimmung der EU“ hält Prof. Dr. Siegmar Schmidt von der Universität Landau die Festrede.



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letzte Aktualisierung: 15.07.2021
Europe Direct Kaiserslautern wird kofinanziert von der Europäischen Kommission.