Europe Direct Geschichte der EU – Europa Direkt

EUROPA, DAS KANN MAN

NICHT OFT GENUG WIEDERHOLEN,

IST KEIN ORT, SONDERN EINE IDEE.

Bernard Henri-Levy


60 Jahre Europäische Integration:

Am 18. April 1951 wurde in Paris der Vertrag zur Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) unterzeichnet. Dieses auch als Montanunion bekannt gewordene erste europäische Gemeinschaftsprojekt geht zurück auf eine Initiative von Jean Monnet und Robert Schuman ein Jahr zuvor und ist der erste Meilenstein in einer Reihe von europäischen Gemeinschaftsverträgen, die in der weiteren Entwicklung der Europäischen Integration zu dem geführt haben, was heute die Europäische Union ausmacht.
Die damaligen „Väter Europas“ – also die Vertragsunterzeichner für die sechs Gründerstaaten –waren (v.l.n.r) Paul von Zeelande (Belgien), Joseph Bech (Luxemburg), Joseph Meurice (Belgien), Carlo Sforza (Italien), Robert Schmuman (Frankreich), Konrad Adenauer (Deutschland), Dirk Stikker (Niederlande) und Johannes von den Brink (Niederlande).
Bild: EU-Kommission

 

Geschichte der EU

Die Idee der europäischen Einigung (aus Anlass des Abwehrkampfs gegen das Osmanische Reich) kam bereits im 17. Jahrhundert auf.
Nach der Zerstörung und dem Leiden der beiden Weltkriege war Ende der 40er Jahre das Bedürfnis groß, den Frieden dauerhaft zu sichern. Am 9. Mai 1950 schlägt der damalige französische Außenminister Robert Schumann vor, eine supranationale Behörde zur Kontrolle der Montanindustrie zu gründen. Dadurch sollte ein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich werden. Zusammen mit Belgien, Italien, Luxemburg und den Niederlanden gründeten sie 1951 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).

1957 wurden die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) mit den Römer Verträgen gegründet. Wichtige Änderungen waren unter anderem die Vereinheitlichung des Gemeinsamen Marktes und der freie Dienstleistungs-, Personen- und Kapitalverkehr.

Mit dem Fusionsvertrag von 1965 wurden die drei Ministerräte (EWG, EGKS und Euratom), die beiden Kommissionen (EWG, Euratom) und die Hohe Behörde (EGKS) durch einen gemeinsamen Rat bzw. eine gemeinsame Kommission ersetzt. In den nächsten Jahren treten einige Länder der EWG bei: 1973 erfolgt der Beitritt von Grossbritannien, Irland und Dänemark, 1981 der Beitritt Griechenlands und 1986 der Beitritt Spaniens und Portugals. Die EWG zählt nun 12 Mitglieder.

Eine wichtige Änderung in diesem Zeitraum brachte 1979 die Einführung des Europäischen Währungssystems (ECU). Mit dem ECU wurde durch die Einführung fester Wechselkurse eine Zone der Währungsstabilität zwischen den Währungen der teilnehmenden Länder erschaffen. Außerdem wird seid 1979 das Europäische Parlament direkt gewählt.

Auf dem Weg zur Europäischen Union (EU) stellte die Einheitliche Europäische Akte (EEA) von 1987 einen wichtigen Schritt dar. Die EEA brachte insgesamt 282 Änderungen, beispielsweise die Harmonisierung von Produktnormen und Lebensmittelstandards sowie weitreichende Marktöffnungen und -liberalisierungen (z. B. Versicherungsgewerbe)

Am 9. November 1989 kommt es mit dem Fall der Berliner Mauer zu einer größeren politischen Umwälzung. Die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland ist zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder offen, und bald vereinigen sich die beiden Teile wieder zu einem Land.

Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa werden die Europäer zu engeren Nachbarn. 1993 wird der Binnenmarkt durch die „vier Freiheiten“ vollendet – den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital. Prägend für die 90er Jahre sind auch zwei Verträge – 1993 der Vertrag von Maastricht über die Europäische Union und 1999 der Vertrag von Amsterdam. Auch sorgen sich die Menschen über den Schutz der Umwelt und machen sich Gedanken darüber, wie Europa in Sicherheits- und Verteidigungsfragen gemeinsam handeln kann. 1995 treten der EU mit Finnland, Österreich und Schweden drei neue Länder bei. Das Schengener Übereinkommen (benannt nach einem kleinen Dorf in Luxemburg) führt zu einer allmählichen Abschaffung der Passkontrollen an den innereuropäischen Grenzen. Millionen junger Menschen studieren mit Stipendien der EU im Ausland. Mobiltelefone und das Internet setzen sich durch – dies erleichtert die Kommunikation.

Am 1. Januar 2002 wird der Euro eingeführt. Am 1. Mai 2004 treten 10 weitere Länder der EU bei. Ab sofort gehören Estland, Lettland, Litauen, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn, Malta und Zypern zur EU. Bulgarien und Rumänien werden 2007 Mitglieder der EU. Zum 1. Juli 2013 tritt mit Kroatien das 28. Mitglied in die EU ein.

Nachdem der 2004 unterschriebene Vertrag über eine Europäische Verfassung gescheitert war, wurde 2007 der Vertrag von Lissabon unterzeichnet. Der Vertrag von Lissabon trat am 1. Dezember 2009 in Kraft.

Weitere Infos zur Geschichte der EU und dem Vertrag von Lissabon:

 

 

letzte Aktualisierung: 17.07.2020
Europe Direct Kaiserslautern wird kofinanziert von der Europäischen Kommission.